Die Band, die gerade mal seit 3 Jahren Bestand hat, bringt also mit "The Bright Side Of Death" ihren Erstling raus, der mit 11 Tracks und ganzen 54 Minuten Spielzeit ordentlich Dampf in die Bude bringt. Sänger Devrim hat seine Stimmbänder früher für Disrespect strapaziert, um nun als Hahn im Korb und mit drei Damen um sich herum für Karras sein Stimmorgan auszureizen.
Und genau der Gesang ist es auch, der hier wie eine dicke Wolke gnadenlos über den Instrumenten schwebt. Trotz allem haben es die drei Damen vom Metalgrill hervorragend im Griff, das Gebrülle gekonnt musikalisch zu untermalen.
Soundtechnisch hebt sich dieser Longplayer nicht wirklich von etlichen anderen Veröffentlichungen des Genres (Death)Metal meets Thrash-Hardcore ab und die Bandmitglieder bedienen sich hierbei ungeniert bei diversen Vorreitern, zu denen eindeutig Caliban und Killswitch Engage gehören. Die Vocals klingen meist heiser und extrem angepisst und das Tempo der Songs reicht von stimmungsvollen Instrumentalpassagen bis hin zu halsbrecherischem Geshredder, bei dem das Gaspedal bis zum Anschlag durchgedrückt wird. Während man sich die Tracks reintut sollte man auch immer bedenken, dass die Drums von einer Dame bedient werden. Meine Güte, das Mädel muss Oberarme haben wie ein ausgewachsener Bodybuilder oder wie sonst hält sie das gewaltige Drumming und Blasting so locker durch?
Aber auch hardcorelastige Breakdowns und thrashige Passagen sorgen für genug Abwechslung, so dass einem über die knappe Stunde Spielzeit eigentlich nie langweilig werden kann.
Auch wenn es sich hier grob gesagt schon wieder um Metal mit Core handelt, so sind die Einflüsse wenigstens weitreichend genug, um ein Feuer zu entfachen, das von Anfang bis Ende durchlodert. Für die druckvolle Produktion ist Jacob Bredahl zuständig (Hatesphere), der die groovige Mischung aus schnellen, deathigen Metalparts und seltener vorkommenden, oldschool-lastigen Hardcoreeinschüben feinstens in Szene gesetzt hat.
FAZIT: Die vier Berliner namens Karras schaffen es unter Zuhilfenahme von Stilelementen wie Death-Metal, Thrash und ansatzweise auch Hardcore ein eigenes Süppchen zu kochen, das allen Fans von Bolt Thrower, Slayer und Vader bestimmt hervorragend munden wird. Ziemlich erfrischende Sache mit geballter Frauenpower, aber trotz allem nichts wirklich Neues.
KARRAS kommen aus Berlin und sind mir mal ein exotischer Haufen... nicht, dass die 4 Bandmitglieder aus Iran, Jordanien, Türkei und festhalten... Ruhrpott kommen. Nein, drei Viertel dieses flotten Vierers zählt auch noch zur instrumental im Metal unterrepräsentierten weiblichen Hälfte der Bevölkerung. Beim extrem überbeschissenen Booklet dachte sich wohl jemand, dass man damit punkten kann und hat der Band ein extrem unpassendes Layout zwischen Model-Katalog und Unfall gezaubert, das der Musik nicht gerecht wird. Das Foto auf der Rückseite der CD ist jedenfalls ein ziemlicher Kaufinstinktkiller.
Aber weg von den Oberflächlichkeiten... die Berliner mixen nämlich einen ordentlichen Cocktail zwischen Metalcore und Death-Metal, der zwar von seinen Einzelelementen nicht wirklich Bäume ausreißt, in Summe aber Spaß macht.
Da fehlen obligatorische BOLT THROWER Einflüsse ("My sorrow") ebenso wenig wie total corige Einlagen bis hin zu "Oi"-Gesängen oder SLAYER-beeinflusste Up-Tempo Thrasher wie "The disciple", in dem der Spaß durch Sänger Devrims Organ ziemlich an DEW SCENTED erinnert, wobei der Gesang insgesamt vielfältiger und oft auch in tieferen Death-Metal Tonlagen eingesetzt wird. Einige melodische Einlagen, etwas Geknüppel und zum Entspannen einige akustische Zwischenspiele, die durchaus auch mal orientalisch anmuten. Da die Songs insgesamt mal mehr nach Death-Metal und mal mehr nach Metalcore klingen, könnten KARRAS etwas zwischen den Stühlen sitzen, mir persönlich gefällt es gerade weil die Damen + Quotenherr eben nicht so glattgebügelt wie viele Metalcore-Bands rüberkommen und offensichtlich einfach ihr Ding machen.
Daher Daumen nach oben für die Musik und anderer Daumen in den Arsch für die schlimme Aufmachung.
Karim
Was kommt dabei heraus, wenn sich eine Halbjordanierin am Bass, eine persische Gitarristin, eine deutsche Drummerin aus dem Ruhrpott und ein türkischer Sänger zusammen tun? Drei hübsche, zärtlich anzuschauende Mädels aus völlig unterschiedlichen Ländern, die wirken, als könnte sie kein Wässerchen trüben und ein Kerl, kann das funktionieren?
Und wie es funktioniert! Heraus kommt Karras, oder sollte es heißen, echt krass? Kurz und direkt ausgedrückt verschmilzt deren Musik zu einem brodelnd-gärenden Sud aus oldshool Hardcore trifft Death und Thrash, was laut Addition Metalcore ergibt, allerdings nicht auf die sonst übliche Weise gespielt.
Von wegen zärtliche Mädels ..., die kann kein Wässerchen trüben! Der Schein trügt und zwar gewaltig! Solch gemäßigte Benimmformen kann man vielleicht von ete petete aufgestylten Schminktopftussies erwarten, aber nicht von waschechten Metallerinnen! Das Berliner Exotenquartett tritt gewaltig Arsch, bringt reihenweise Pobacken zum Qualmen und Glühen.
Sogleich mit den ersten Takten werfen die drei hübschen Mädels (samt Kerl) alle Herrlichkeit ihres schönen Aussehens über Bord und bearbeiten ihre Instrumente nach allen (Härte)Regeln der Kunst. Wer die Schnittmenge aus Machine Head, Hatesphere, Bolt Thrower, Vader, Slayer und Pantera zu schätzen weiß, darf gern zustimmen, wenn ich behaupte, diese Truppe hat a) mächtig Bums im Flügel und b) richtig gut was drauf!
Karras stehen für gebündelte Energiestöße und Temperament. Das bewusst anstößig wirkende Coverfoto auf der CD-Front teilt der Hörerschaft deutlich mit, dass die Menschheit geradewegs im Begriff ist, sich zum Affen zu machen (was sie übrigens schon recht lange tut).
Gleich beim fetten Opener "Conquer The World" geht das Quartett richtig schön deftig in die Vollen, dass es nur so kracht. Insgesamt sprühen alle elf Tracks vor Energie, Melodie und Brutalität; Rhythmus- und Tempowechsel inbegriffen. Wer jetzt immer noch ungläubigerweise behauptet, Heavy Metal sei einzig und allein Männersache, verdient spätestens beim Hören dieses enorm Zorn geladenen Wutklumpens einen kräftig gezielten Tritt in die Eier ...!
Toschi
Erst 2004 gegründet jetzt schon ein Debutalbum, das von Jacob Bredahl gemixt und gemastert wurde. Das ist KARRAS aus Berlin. Nach einem Demo 2004 und einem Samplerbeitrag steht jetzt schon das Debut in den Läden und heißt "The bright side of death". Sänger Devrim ist kein Unbekannter mehr, hat er doch vor einiger Zeit bei den Hardcorlern Disrespect gesungen. Aber nein, keine Angst meine langhaarigen Freunde KARRAS sind kein Hardcore- sondern lupenreiner Death/Thrash Metal.
Und wen Devrim um sich scharrte, ist wahrlich nicht zu verachten (musikalisch wie auch optisch). Wenn man diese 3 Mädels auf dem Backcover beäugelt, fällt es einmal etwas schwer zu glauben, dass sie so eine harte Mucke so astrein runterzocken!
Ela, Corinna, Sabine - eine heißer als die andere! Hat nix mit der Musik zu tun, wollt ich aber trotzdem erwähnt haben ;-) )
Neun Nackenbrecher (+ 2 Instrumentals) und einen versteckten Hiddentrack in schleppender Death/Thrash Metal Tradition gibt es hier zu verzeichnen. Ausnahmsweise geb' ich dem Infoschreiberling mal recht. Eine Mischung aus Bolt Thrower mit Vader-artigen Death-Growls, hier und da ein Ausflug in's Thrash Metal Gefilde und ein klein wenig Gangshouts hier und da (z.B. "The disciple"), was die Mucke doch erheblich auflockert und den Silberling fein abrundet.
Kein sinnloses rumgefrickel, keine HyperSuperBlastMegaSchnell-Attacken, einfach nur fetter Groove; tonnenschwer schleppt er sich über die wehrlos zuckenden Kadaver der geneigten Hörerschaft.
Egal ob "Conquer the world", "The Disciple", "Utopia" oder "Forever war", das Album "The bright side of death"ist mehr als nur ein gelungenes Debutalbum, bedenkt man, wie kurz erst die Mädels und der glückliche Shouter gemeinsame Sache machen. Einzig und allein an der Hitverdächtigkeit der Tracks happert es noch ein wenig, aber das sollte nach dem gelungen Debut mit einem Nachfolger (und ich hoffe ganz stark, dass da noch was kommt) locker behoben sein.
6,5 Punkte
Das Erste, was bei KARRAS auffällt, ist die Tatsache, dass drei Frauen in der Band aktiv sind - einzig der Posten des Shouters wird von einem Mann besetzt. Zudem spielen die Damen weder Punkrock noch unsäglichen Gothic Metal, sondern knüppelharten Death/ Thrash mit leichter Hardcore-Schlagseite. Von Beginn an wird ordentlich losgelegt und das Gaspedal bis zum Anschlag durchgetreten. Shouter Devrim erinnert an DEW-SCENTED-Leif, die Produktion ist von Jacob Bredahl anständig gelöst worden und das Aggressionspotential stimmt. Es bleibt zwar kein Song wirklich im Ohr hängen, dafür werden die elf Tracks live sicher anständig knallen. Als Debütalbum geht "The Bright Side Of Death" vollkommen in Ordnung und macht neugierig auf eine Live-Show der Damen und Herren. (lh)
Die Berliner Band Karras besteht aus Membern, die einem in Berlin (sofern man an Hardcore oder Metal interessiert war) zwangsläufig mal in anderen mehr oder weniger bekannten Bands über den Weg liefen. Als da wären: Disrespect´s Devrim am Mikro und drei Damen an den Instrumenten, die man früher bei Dresh-A-Peel (die ich damals sehr mochte) und Acusado mitmischten. 2004 kamen Karras in dieser Bestzung zusammen, nahmen ein Demo auf und sind jetzt mit ihrem Debütalbum "The bright Side of Death" am Start.
Und darauf zelebrieren sie eine Mischung aus klassischem Thrash-Metal und modernem Hardcore / Metalcore. Der Opener "Conquer the World" klingt auch recht vielversprechend und zeigt eine instrumental fitte Einheit, die in Einheit mit Devrim´s wirklich ansprechendem Geshoute ziemlich fett und tough rüberkommt. Die Doublebass rasselt in vielen Songs durch, Drummerin Sabine macht wie bei Dresh-A-Peel einen guten Job! Auffallend sind auch die vielen Samples, die in die Songs eingearbeitet wurden. Nichts desto Trotz wird mir das alles irgendwann langweilig und ich verliere das Interesse daran, den Songs aufmerksam zu lauschen. Besonders, wenn Karras zu sehr in metallische Mid-Tempo-Bereiche abdriften, wird es öde. Songs wie "Animal Kingdom lost" hingegen können mit einer ansprechenden Melange aus Groove und Blasts oder schnelleren Parts punkten und genau da offenbaren sich die wirklichen Stärken von Karras. Allerdings nicht konstant genug...
Mir würde ein bisschen weniger Thrash Metal bei Karras ganz gut tun. Ihre Stärken liegen meiner Ansicht nach in Breakdowns und Groove und davon gibt es im Gegensatz zum Doublebass-unterlegten Mid-Tempo zu wenig. "The bright Side of Death" ist generell eine nette Scheibe, wird im Lager von Metalcore sicherlich auch auf Begeisterung stoßen können...mir ist sie aber über die Distanz ein bisschen zu langweilig.
Omerta
Berlin, fucking Berlin...IN DA HOUSE!!! Die Hauptstadt-Formation KARRAS ist ein echter Hoffnungsschimmer in der deutschen Szene, und das obwohl die Band erst seit Ende 2004 existiert. Der ehemalige Shouter der B-Town-KultHC/Thrash-Formation DISRESPECT und danach auch bei DEVILINSIDE aktive Devrim hat das unglaublich Vergnügen drei wirklich unglaublich schnucklige Chicks um sich zu scharen, die zuvor schon u.a. bei lokalen Acts wie SHRED, ACUSADO oder DRESH-A-PEEL aktiv waren. Außergewöhnlich? Ja, schon, aber eigentlich völlig zweitrangig (naja, okay, die Bandphotos hab ich mir bei KARRAS ehrlichgesagt schon öfter angeschaut, als bei anderen Formationen...ähem).
Wichtig ist ja wie immer die Mucke, und die bollert und brezelt ganz gewaltig und dazu noch sehr cool aus den Boxen. Man hat sich zur Aufgabe gemacht, ruppigen und drückenden Death Metal a la BOLT THROWER oder DEMOLITION HAMMER mit den nötigen Groove, Wumms und Drive verpassenden Thrashcore der Marke DISRESPECT, MERAUDER oder INTEGRITY zu kombinieren, was letztlich zu einem explosiven Gebräu führt, das anfangs auch etliche Sprengungen vollführen kann. Lediglich mit fortlaufender Spielzeit wird das Material etwas eintönig und lässt Abwechslung vermissen...man wiederholt sich einfach zu oft. Ansonsten kann man KARRAS aber zu einem echt gelungenen Einstand Beglückwünschen, der Bock auf mehr macht...jaaaa, is ja gut, auch livehaftig, bzw. an der Bilderfront, haha.
Hage
Wenn ich mir das Cover des Debütalbums "The Bright Side Of Death" (klingt so ähnlich wie bei das "Leben des Brian", oder?) anschaue, muss ich unweigerlich an den zweiten "Indiana Jones" Film denken, wo es Affenhirn auf Eis gab. Nur hier isst der Affe das Hirn aus einem Menschenschädel. Raffiniertes Cover, jenseits plakativer Metzelcover und viel effektiver als der Kram von Cannibal Corpse, Cattle Decapitation und Co. Aber auch ansonsten sind Karras eine ungewöhnliche Band. Die Mitglieder sind aus Berlin und von der ursprünglichen Nationalität aus Jordanien, Türkei, Deutschland und dem persischen Raum. Dazu sind bis auf den Sänger Devrin alles Frauen!
Karras spielen eine brutale Mischung aus Hardcore, Thrash und Death Metal. Dazu brüllt Sänger Devrim als stamme er aus einer US Hardcore Band und erinnert auch mal an The Haunted. Das nennt man dann wohl Multikultisound.
Zusammen gehalten wird das Ganze von einer ordentlichen Produktion von Hatespehere Sänger Jacob Bredahl. Insgesamt ist Karras ein Album gelungen, das man gut hören kann, aber auch oft Kost von der Stange bietet. Nett, solide, aber unspektakulär. Viele andere Bands haben ähnliches fabriziert. Es ist schwierig aus dieser Mischung was Neues zu machen. Recht doof ist die Tatsache, dass der Konsument circa. 15 Minuten Leerlauf ab Stück 11 hören muss. Solche Aktionen sind dämlich und ausgelutscht. Wer hat damit eigentlich angefangen?
Thorsten Dietrich
KARRAS stammen aus Deutschland, genauer gesagt Berlin und kommen schon mal besetzungstechnisch nicht gerade 08/15 daher. Dreht man das Debütalbum "The Bright Side Of Death" mal um, erkennt man auf dem Bandfoto 3 ganz hübsche Metalladys, eine persischer, die andere jordanischer und die dritte kommt direkt aus dem Ruhrpott. Vor allem die ganz rechts...ähm ja...es geht ja um die Musik.
Und sollte man meinen, die Miezen hier haben nichts drauf: 1. die drei Schnecken sind alle an Instrumenten beschäftigt, nix da mit hübsche Sängerin und dann is gut. 2. sie alle machen ihre Sache ganz passabel und bisweilen sogar richtig gut.
Drummerin Sabine hat ordentlich was auf dem Kasten und gibt richtig Gas. Bei all den Weibis hätte ich fast den wirklich guten Sänger vergessen, der auch noch aus der Türkei stammt. Also eine absolute Multi-Kulti-Truppe. Musikalisch geht´s in Richtung hardcorelastige DEW-SCENTED, HATEBREED und ne Prise Oldschool-Thrash/Death ist auch am Start. Der Opener "Conquer The World" trifft mit schnellem Riffing ins Mark und stellt einen der Höhepunkte der Scheibe dar. "My Sorrow" knallt mit mächtig Groove um die Ecke und frisst sich auch widerwärtig ins Hirn des Hörers wie auch "Utopia". Die restlichen 8 Songs befinden sich allesamt auf gutem Niveau, vom Hocker reißen tun sie jedoch nicht so ganz. Eigenständigikeit wird aber groß geschrieben bei KARRAS, deswegen sollte man den Mädels und dem coolen Schreihals (ein sehr bekannter dieser Gattung, nämlich Jacob Brehdal ((HATESPHERE, BARCODE)) hat den Berlinern sogar einen ordentlichen Sound verpasst) vielleicht noch ein, zwei Alben Zeit geben, um ihr Potenzial ausschöpfen zu können.
Die Formel ist schmackhaft, etwas mehr Aufregendes und etwas weniger oft Gehörtes und man könnte auch dank der interessanten Konstellation der Band einen großen Sprung machen. Und nur dass wir uns verstehen, dies hier ist kein Emo-Scheitel-auf-ganz-links-oder-ganz-rechts-Core, sondern feiner Death-Thrash mit Bollo-Schlagseite, der ne Menge Coolness versprüht! Anchecken lohnt sich für die Zielgruppe! Not bad!
Wir haben schon einige Frauen auf der Bühne gesehen, die durchaus mutwillig überzeugt haben. Zu nennen wäre hierbei die Black Metal Fraktion von Darkened Nocturne Slaughtercult, sowie die musikalisch gleich gesinnten Damen von Astarte, aber auch die Death Metal Fraktion von Arch Enemy.
Die Berliner Gören von Karras übernehmen in ihrem Team dagegen eher den musikalischen Part, während das Singen der Manneskunst zu Gute kommt. Überthemen der Band lassen sich aus dem eher mager befüllten Booklet entnehmen und man beschäftigt sich mit der Kreatur Mensch in der Gegenüberstellung von seinem Verhalten zur Tierwelt, aber hier geben sich eher wackelige Weisheiten die Blöße.
Das Booklet und die nicht vorhandenen Lyrics werden also eher von so manch freizügig posender Dame überschattet. Auf einem Blick haben die drei einiges zu bieten, was die Optik angeht, aber wir wollen ja eher mehr über deren musikalisches Können reden. Insgesamt elf Songs zeigen auf eher unbeeindruckende Weise wieder, dass der Death Metal doch zu oft nachgeahmt wurde und ein bisschen an Facetten verliert.
Eröffnet wird die CD mit ordentlichem Druck. In "Conquer the world" sollte man die Schlagzeugerin nicht unterschätzen, da dem weiblichen Geschlecht oftmals der Verlust an Speed nachgesagt wird. Die eher schüchtern wirkende Dame sorgt für den nötigen Druck, den der Sänger leider nicht aufbringen kann. Death Metal sollte knallen und da sind die Growls nicht unerheblich. Vielleicht falsch eingesetzt sind die im Album aufkommenden realen Tonspuren von Redemitschnitten.
Reden wir über das Thema Abwechslung. Die ersten drei Songs ähneln sich in ihrer Struktur doch sehr und die erste Veränderung wird erst beim vierten Song "Alamut" deutlich. Der Anfang wirkt eher wie das eigentliche Intro ins Album. Gleichgesinnt unterbricht "The New Doctrine" den Death Metal mit ruhigen Gitarrensolos. Vielleicht soll dies einen neuen Abschnitt der weiteren Songs symbolisieren? Wäre einen Gedanken wert, doch die Band bleibt ihrer Linie treu. Ganz klar, manche Gitarrenparts sind nicht zu verübeln, aber ein bisschen Abwechslung via Gesangeskunst könnte alles im Wesentlichen aufwerten. Selbst der Zweitsänger in "The Disciple" lässt eher ein nettes "Oi" in die Runde gröhlen. Bei einer Spielzeit von immerhin 23:29 Minuten erwartet man Großes , doch luftfüllend ist die große Stillepause. Ein netter Effekt, wenn man müde Metalherzen noch mal aufschrecken lassen möchte.
Sicherlich kann man instrumentell nicht wirklich viel aussetzen, da die Damen ihre Instrumente durchaus unter Kontrolle zu bringen wissen, wovon man sich sicherlich augenweidentechnisch auch live überzeugen könnte, aber am Sänger muss noch gearbeitet werden.
Der Death Metal ist noch viel zu typisch um eine Art Lichtblick in die doch große und schwer umzukrempelnde Szene zu bringen.
Karras sind eine noch junge Truppe aus Berlin, ein multikulturell zusammengesetzter Haufen voller guter Musiker. Die Band besteht aus drei Ladies an den Instrumenten und einem Burschen am Gesang. Alle vier Mitglieder stammen aus verschiedenen Nationen, so was gibt es wohl heutzutage nur noch ganz selten. Was der Vierer musikalisch drauf hat, kann sich durchaus sehen bzw. hören lassen. Eine gute Mischung aus Death mit einigen Thrasheinflüssen.
Ihr Debüt "The Bright Side Of Death" besticht durch einen glasklaren Sound, der nur so voll Energie strotzt. Ein Vergleich mit Bands wie Dew Scented oder teilweise sogar ein wenig Hatesphere sind hier durchaus angebracht. Shouter Devrim besticht durch eine genial brachiale Stimme, auch die Damen an ihren Instrumenten wissen durchaus zu überzeugen. Zwar klingt der Sound teilweise etwas zu zahm, auch das Drum verschwindet in einigen Passagen hinter dem Gitarrensound, dennoch wird hier ob des vermutlich doch nicht allzu hohen Budgets eine ordentliche Produktion, für die sich Hatesphere-Mastermind Jacob Bredahl verantwortlich zeigt, abgeliefert.
Positiv an dieser Platte ist die Eigenständigkeit, mit der das Quartett zu Werke geht. Hier wird definitiv nichts von größeren Bands kopiert, hier regiert die Abwechslung. Auf perfekt inszenierte Breaks folgt ein Nackenbrecher der derbsten Sorte. Ja, sogar Hardcore-Elemente sind in die Songs eingepflegt. Wer also auf modernen Death/Thrash wie ihn oben genannte Bands ausüben steht, der sollte sich dieses Teil definitiv zulegen, denn Karras haben das Zeugs dazu, mit eben diesen durchaus mitzuhalten und zu ihnen auf zu schließen. Zu wünschen wäre es der Band aus unserem Lieblingsnachbarland.
Ogerl
Vom Lineup, 3 Mädels, ein Kerl, dann kommt die Band aus Berlin, würde ich jetzt eher sowas wie Tina Stürmer oder so ähnlich erwarten. Wenn man dann überlegt, daß die Mädels den instrumentalen Part abdecken und der Kerl den "Gesang", dann schaut das schon anders aus. Diese Band holt brachial aus und erschlägt den unvorbereiteten Zuhörer mit einem heftigen Thrash Death Metal Hammer, der es in sich hat. Die Riffs sind hart, aggressiv und gnadenlos. Dazu ein Shouter der ordentlich Kraft in der Stimme hat. Doch man hat auch die Zeichen der Zeit erkannt und greift ebenso auf moderne Elemente zurück. Dadurch entsteht eine zeitgemäße Mischung die auch den Nicht-Death Metal Fan ansprechen dürfte. Eine sehr gelungene Scheibe, die zu gefallen weiß. Auf jeden Fall will ich die Band auch mal live sehen. Cool!
PGB
blooddawn.de, 20.06.2007:
Berlin, Hauptstadt und zugleich Schmelztiegel der Kulturen. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass die Berliner Band KARRAS sich recht unterschiedlich und ebenso ungewöhnlich zusammensetzt. Drei Mädels und ein Kerl zockten mit "The Bright Side Of Death" ein explosives Gemisch aus Death Metal mit leichten Thrash und Hardcore-Elementen ein. Bassistin Corinna hat jordanische Wurzeln und Gitarristin Ela hat persische. Sabine, die die Schlagstöcke schwingt, kommt aus dem schönen Ruhrpott und Sänger Devrim ist Türke. Ende 2004 wurde die Band gegründet und 2005 ein Demo produziert. Nun liegt das Debütwerk vor und weiß recht gut zu gefallen.
Das Unwort "Metalcore" schießt mir sogleich nach den ersten Tönen durch den Kopf. Aber auch kein Wunder, mixen KARRAS doch gekonnt Death Metal und Hardcore-Einsprengsel miteinander und vergessen dabei auch nicht mit einer Prise Thrash Metal nachzuwürzen. Bezeichnend dafür ist, dass Shouter Devrim (ex-DISRESPECT) mal bei einer Hardcore-Truppe sein Goldkehlchen hat erklingen lassen. Bands wie HATEBREED, DEW SCENTED, BOLT THROWER und HATESPHERE (Jacob Bredahl hat hier sogar produziert) dienen der jungen Truppe als Inspirationsquelle. Auch die "neuen" SLAYER lassen sich als Einfluss ausmachen. Die elf Stücke sind auf einem gleich bleibenden Level, der Gesang tönt durchweg etwas eindimensional und große Abwechslung sollte man besser auch nicht erwarten. Musikalisch solide bis gute Kost, kompositorisch leider nicht allzu zwingend. Instrumentale Zwischenstücke und doomigere Passagen lockern das Geschehen ein wenig auf. "Conquer The World" und "Animal Kingdom Lost" überzeugen mich aber schon. Die Unsitte, etliche Minuten (fast 16...) der gut 53 Minuten langen Veröffentlichung mit gähnender Leere zu füllen schmälert meinen Gesamteindruck ebenfalls ein wenig - was soll der Scheiß?
Nun ja, für ein Debüt geht "The Bright Side Of Death" schon einigermaßen in Ordnung, wenn auch nichts Neues oder Spektakuläres geboten wird. Nein, drei Frauen in einer "harten" Band finde ich heutzutage nicht wirklich besonders aufsehenserregend. Schade nur, dass die unterschiedlichen Kulturkreise der einzelnen Mitglieder überhaupt nicht in die Musik einfließen, da versäumt man etwas wirklich Spezielleres. Mehr Abwechslung und eigene Identität würden der weiteren Bandgeschichte wohl nicht schaden. Songs wie "Conquer The World" oder auch "The Disciple" rechtfertigen ein Antesten von KARRAS aber allemal. Somit sollte jeder, der mit der beschriebenen Musikrichtung seinen Spaß hat, mal den örtlichen Plattenladen aufsuchen und dieser jungen Band ein paar Minuten seiner kostbaren Zeit opfern. Ich für meinen Teil bin gespannt, wie es mit den Berlinern weitergehen wird.
Anacrusis
Eine multikulturelle Band aus Berlin, welche nicht nur aufgrund dessen eine spannende Aura hat. Devrim (voc) hat türkische Wurzeln und dann gibt's da noch die drei Mädels, Ela (Git) mit persischer Herkunft, Corinna (Bass), welche Halb-Jordanierin ist und Sabine (Drums), die eigentlich aus dem Ruhrpott kommt. Normalerweise ist dann an dieser Stelle auch schon wieder die Spannung verflogen, wenn man dann die Musik gehört hat, die meistens im Sumpf der Überflüssigkeit versinkt. Anders ist das da schon mit Karras. Für die Instrumente stehen nunmal die Mädels und die machen einen fantastischen Job. Devrim sei nicht sauer, aber wenn jetzt noch zB. Sabina (Classen von Holy Moses) an den Vocs wäre, dann wäre das hier die Einzigartigkeit schlechthin.
So richtig Parallelen zu irgendwelchen anderen Death-Bands kann man beim Hören so nicht ziehen, denn außer beim Gesang, der wie viele Death oder Core-Bands aus dem vor allem schwedischen Raum klingt, haben Karras hier durchaus ihren eigenen Stil, der seine Feinheiten in teils thrashigen Riffs, allen möglichen Death Metal roots, gerne mystisch anmutenden langsameren Parts (immer mal wieder eingestreut z.B. "Forever War"), Intros (oder ganzer Song "The new Doctrine"), die mehr im Power- und Progressivebereich zu finden sind, zeigt. Vor allem die "mystisch anmutenden" Parts sind hier ein Leckerbissen. Karras ist zu 50% wie so einige andere, aber die anderen 50% Topsound sucht man dafür bei den anderen vergebens. Antesten und Zeit nehmen!
(Tino)
www.poisonfree.com, 17.06.07:
Karras from Berlin/Germany present their debut on a new label, called Maintain Records from Berlin as well. A look on the artwork of this record surprises, as there are no mean looking dudes, but only 1 guy plus three girls on the backcover. Death Metal from women is still unusual. The voice sounds a bit familiar, and a glimpse onto the one-sheet proves: It is, as this is Devrim from classic Berlin hardcore outfit Disrespect. On to Karras sound: This is part Death Metal, and part hardcore, with a a focus on the former mentioned. Luckily, Devrim presents not only growling, but covers a good spectrum of screaming and shouting, and with that already secures the quality for the vocals. Besides a lot of classic and sometimes melodic death metal, this has a good dose of hardcore roots to offer, being it various fast parts that sound more hardcore than death, or the beatdowns that certainly come out of tough guy hardcore and not from metal. The mixture is presented quite well, with good hooks, remarkable melodies and some nice technical details. Although this works well, the downside of this is that it was here before and actually is here quite often. Although solid and an impressive debut, this death-core is a good frist footprint on the scene, and of course has a bonus of having 3 neat looking girls in their rows, but has to grow a bit in terms of autonomy and identity. Nontheless, give it a try.
burnyourears.de, 13.06.2007:
KARRAS kommen aus Berlin und sind ein Schmelztiegel. Sowohl musikalisch als auch von der Herkunft der Bandmitglieder. Hier trifft der Ruhrpott auf persische, türkische und jordanische Einflüsse und DeathMetal auf Thrash, Hardcore und Atmosphäre.
Bei der Atmosphäre haben sie sich allerdings helfen lassen, denn die beiden Instrumentals, denen man sogar durchaus eine orientalische Herkunft anhört, sind von einem Dominik Glöckner geschrieben worden, der sowohl die Aufnahmen geleitet als auch noch extra Gitarren eingespielt hat. Das ist natürlich irgendwie schade, weil jetzt ein leichter Beigeschmack bleibt.
Was hat der Herr Aufnahmeleiter denn nun alles eingespielt? Nur cleane Gitarren bei den Instrumentals oder mehr? Denn obwohl ich das eigentlich beinahe aus dieser Rezension rauslassen wollte, muss ich nun wohl doch über die Bandmitglieder reden. In dem Vierer sind nämlich drei Mädels. Und auch wenn ich hier keinem Sexismus oder irgendeiner Degradierung Vorschub leisten möchte, muss ich sagen, dass die Damen optisch richtig was hermachen. Und diese Tatsache wurde beim Gestalten des Booklets auch bedacht.
Im ersten Moment sah das sogar ziemlich effekthascherisch aus. "Ob die denn überhaupt spielen können" und "na, das kann nur Popcore werden", schoss es mir durch den Kopf. Als ich dann aber die CD einlegte, war ich mehr als erstaunt, denn das Brett, welches hier vorgelegt wird, ist ziemlich ordentlich. Und obwohl hier Metal auf HC trifft, würde ich das nicht unbedingt Metalcore nennen, zumindest weckt das leicht falsche Assoziationen. Obwohl, Metalcore ist auch ein Teil ihres Sound. Aber eben auch nur ein Teil. Denn Death-Metal ist da auf jeden Fall auch zu haben und hier werden nicht nur möglichst viele Moshparts zwischen schnellen Riffs untergebracht. Auf der anderen Seiten geht ihre Liebe zum Hardcore aber soweit, dass es einen Song ("The Disciple") gibt, in dem ganz kurz zu "Oi, Oi!"-Rufen kommt. Klingt seltsam, ist aber gar nicht so schlecht. Das Schlagzeug gefällt, die Gitarren können überzeugen und vor allem der Gesang (männlich) gibt ordentlich Druck. Mir gefällt auch seine Variabilität. Außerdem ist er wunderbar produziert (man hört teilweise ganz gut, dass es mehrere Spuren sind, aber das stört nicht) und thront über der Musik.
Falls da wirklich nur ein wenig Hilfe bei den Instrumentals im Spiel war, nehme ich meinen Hut vor der Band. Es ist gut gespielter Death-Metal mit HC-Einflüssen, der abwechslungsreich und atmosphärisch ist und zwischendurch richtige kleine Hits dabei hat ("Alone In The Dark" ist sehr geil!). Der Sound wurde übrigens von Jacob Brendahl (HATESPHERE) besorgt und kann sich absolut hören lassen. Also wenn das hier alles echt ist, würde ich mir das gerne Live reinziehen - und das eben nicht nur wegen der optischen Komponente, sondern weil KARRAS ein klasse Album vorgelegt haben, welches eben nicht im Wust der Metalcore-Veröffentlichungen untergeht.
Kai
Karras sind eine recht junge Formation aus Berlin, die zunächst durch ihre ungewöhnliche Besetzung Aufmerksamkeit erregt. Karras hat sowohl weibliche als auch männliche Mitglieder, was zunächst nichts Ungewöhnliches ist, doch hier sind die Vorzeichen ungedreht. Am Mikro brüllwürfelt sich ein Türke namens Devrim durch die Songs, der neben aggressiven Shouts auch gerne mal todesmetallische Growls auspackt und den mancher vielleicht noch aus seiner Zeit bei den Hardcorlern Disrespect kennt, während die Instrumente durch drei Mädels bedient werden, die wiederum aus den unterschiedlichsten Kulturkreisen stammen: Ela ist persischer Herkunft und feuert an der Gitarre diverse Death- und Thrashriffs ab, die teils gut in die Nackenmuskulatur fahren, teils aber auch eher durchschnittlicher Natur sind, Corinna zupft den Bass. Sie ist Halb-Jordanierin und bildet mit Sabine eine sehr gute Rhythmusfraktion, Sabine schließlich stammt aus dem Ruhrpott und kann am Schlagzeug lockerst mit der männlichen Konkurrenz mithalten, wobei ihr weder Blast Beat- noch knackige Double Bass-Arbeit fremd ist, genauso wenig wie ein ordentliches Groovefundament. Soweit die außergewöhnliche Bandbesetzung.
Musikalisch bewegt man sich im Death und Thrash Metal, wobei man aber auch im gleichen Maße im Hardcore zu Hause ist. Die elf Songs auf "The Bright Side Of Death" bieten eine ordentliche Mischung aus oben genannte Spielarten, wobei man Bands wie Bolt Thrower, Pantera, Vader, Hatebreed oder auch Slayer als musikalische Referenzen nennen kann. Auch wenn man nicht immer sonderlich originell, vor allem im Gesangsbereich, zu Werke geht, gibt es mit dem Opener "Conquer The World", "Animal Kingdom Lost" oder dem Double-Bass getränkten "The Disciple" ordentliches Futter, das stark zum Bangen einlädt und live ordentlich Dampf machen wird.
Wenn man beim nächsten Album dann noch einen etwas organischeren Sound hinbekommt (hier zeigt sich Jacob Bredahl fürs Produzieren, Mischen und Mastern verantwortlich), etwas originellere Songs schreibt und solche Mätzchen wie die zig Minuten Leerlauf am Ende der Platte bleiben lässt, werden Karras noch einigen Staub in der Szene aufwirbeln.
Das neu an den Start gegangene Label Maintain Records aus Berlin macht nicht schüchtern auf sich aufmerksam, sondern schlägt gleich beim ersten Release mit einem herben Kinnhaken zu. KARRAS, ebenfalls aus Berlin, ist eine deftige Truppe multinationaler Herkunft, bestehend aus drei verdammt gut anzusehenden Mädels und einem Burschen. Geboten wird Death Metal mit Thrash-Schlagseite der durch seine räudige Aggression und die messerscharfen Gitarrensalven sehr direkt auf den Punkt kommt. Der auf die gesamte Spielzeit etwas eindimensional wirkende Gesang von Devrim (Ex-Disrespect) ist zwar nicht so ganz mein Ding, aber dafür sorgen ein paar sehr ruhige instrumentale Intermezzi ("Alamut", "The New Doctrine") für die willkommene Auflockerung. Wenn nur endlich mit der Unsitte "Hidden Track"aufhören würde! Wer auf Bands wie Bolt Thrower, Vader oder Hatebreed steht, könnte hier ein neues Betätigungsfeld vorfinden.
Bernd Joachim
allschools.de, 06.06.2007:
Als ich die Pressemitteilung und das zur CD zugehörige Booklet in die Hände bekam, war ich für einen Moment verwirrt. 3/4 der Berliner Bandmitglieder haben südländisch-nationalen Hintergrund und Sänger Devrim erinnert mich stark an KOOL SAVAS. Ein weiterer Punkt: Die Kapelle (Bass, Drums und Gitarre) sind komplett femininer Natur. Der türkische Hengst hat sich eine Halbjordanierin, eine Perserin und eine Lady ausm Pott als instrumentale Unterstützung um sich geschart. Dies warf im ersten Augenblick die Frage auf: Was ist das? Aggro-Berlin mit Gitarren? Dürfen die Mädchen da schon in den Bands mitmachen und nicht nur durchs Video hüpfen? Weit gefehlt! KARRAS vereinen musikalisches Todesblei mit Bollo-HC und fernöstlichem Temperament und setzen damit alles in Brand.
Vom ersten bis zum elften und letzten Song ist "The Bright Side Of Death" eine absolute Kampfansage, voller Druck, 100% energetisch und dennoch homogen und leicht zugänglich. Interessanterweise schaffen sie es wirklich spielend, Vorlieben für beiden Lager zu befriedigen. Ich kann mir mehr als gut vorstellen, dass KARRAS´ Endprodukt sowohl Freunde unter Fans von Bands wie EMMURE, HATEBREED, UNTIL THE END und THROWDOWN machen kann, aber auch die Anhängerschaft von THE HAUNTED, ALL SHALL PERISH, SOUL DEMISE und DEW SCENTED. KARRAS lösen in meinem Kopf die Assoziation mit einer Wand aus. Midtempiparts, disharmonische Akkorde und Blasts bilden das Mauerwerk und Breakdowns die Fugen.
Der Gesang des Ex-Shouters von DISRESPECT/DEVILINSIDE: Einfach göttlich! Egal in welcher vokalen Frequenz, überzeugt dieser durch Druck und Brutalität, aber auch durch Wärme. Die Growls hören sich qualitativ genauso gut an, wie in mittleren Lagen oder der High-Pitched-Scream Region. Sollte dies Talent sein oder ist da jemand beim Produzenten, Mischer und Master des Albums, nämlich Jacob Bredahl (Sänger HATESPHERE) höchstpersönlich in die Lehre gegangen? Wie dem auch sei. Saubere Arbeit! Die Musik: Wie oben bereits erwähnt: Ein Brett. Die Symbiose aus Bollocore und Metal ist der Band wahrlich geglückt und durch Spielereien, wie bei The New Doctrine, lockern die Schlinge um den Hals des Hörers etwas. Hier wurde songdienlich gearbeitet und es bleibt für mich offen, ob das musikalische Potential voll ausgenutzt wurde. Ich denke, da geht noch mehr.
Fazit: Eine junge Band, die schon bald ihren Weg machen wird, schließlich teilte man sich schon mit u.a. MNEMIC die Bühne und das Konzept: Sängerin und sonst nur Kerle, könnte natürlich andersherum auch funktionieren, zumal die Damen bei KARRAS alle mehr als nur ansehnlich sind. Besonders Gitarristin Ela ist der optische Albtraum einer jeden liebevollen Freundin. Also Ladies haltet eure Jungens fest am Händchen, denn KARRAS sind Balsam für Ohren UND Augen. Meine persönlichen Tipps: "The Doom Armada", "The New Doctrine", "The Disciple" und "Animal Kingdom Lost"! Schwächen gibt es auf fast jeder musikalsichen Veröffentlichung und so auch hier. So sehr ich auch kompromisslose Musik mag, fehlen mir doch generell bei dieser Form der auditiv kreativen Schöpfungen ein paar Harmonien seitens der Gitarren. Ach ja: Das "Let´s Go!" bei "The Disciple" fand ich jetzt dann doch etwas amüsierend, das "Uah!" schon besser!
metal2metal.de, 05.06.2007:
Was erwartet man wohl, wenn man eine CD von einer Death-/Trash Kombo in den Player schiebt?!? Klar, straighte Sounds, Gitarrenwände und schnelle präzise Doublebass Beats, sowie harte Growls. Genau das hat KARRAS! Allerdings haben KARRAS ein sehr ansehnliches Sahnehäubchen. Die Zusammenstellung des Quartetts, ein Sänger umringt von 3 hübschen und sehr musikalischen Frauen!
Die Songs beherbergen grooveorientierten Death-Metal-Core der mit moshlastigen Parts angereichert ist, so lassen die 3 Damen so manchen männlichen Musiker sehr schwach aussehen. Hin und wieder sind einige ruhige orientalische Klänge eingestreut, was die verschiedenen Herkünfte der Mitglieder wiederspiegelt. Die Scheibe ist technisch auf einem sehr guten Level. Auch tempomäßig sind sie recht schnell dabei, mit Blastbeat-Drums und schnellem Geprügel bis hin zu langsamere Stellen, die den Moshrhythmus testen. Auf jeden Fall hörenswert und auf Konzerten mit hoher Sicherheit sehr, sehr ansehnlich! Da hoffen die Fans auf einen heißen und KARRAS Konzertreichen Sommer! ;-)
bleeding.de, 31.05.2007:
Das Außergewöhnlichste an KARRAS dürfte erst einmal die Besetzung sein. Mit einem Sänger zu einer (fast) Girlgroup drehen die Mädels nicht nur das übliche Schema rum, sondern auch ethnisch hält die Truppe einiges an Abwechselung bereit: ein Türke, eine Halb-Jordanerin, eine Perserin und eine Deutsche finden sich wohl nicht alle Tage zusammen, um Thrash/Metalcore zu spielen.
Die Musik selbst ist handwerklich und produktionstechnisch erst einmal tadellos eingetütet worden. Dennoch springt der berühmte Funke recht selten über. Die Riffs stehen irgendwo im Niemandsland zwischen Thrash und Knüppel-Death, und durch den recht eintönig shoutenden Devrim (Ex-DISRESPECT) bekommt die ganze Chose noch diesen leidenden Emo-Charakter der ganzen Core-Szene. Gerade der Opener 'Conquer The World' startet etwas arg kellermäßig, und auch wenn das Niveau im Laufe der Scheibe mal etwas gesteigert werden kann, entpuppen sich viele Riffs leider nur als zu synthetische Reproduktion größerer Vorbilder. So klingen 'Alone In The Dark', 'My Sorrow' oder 'Injustice System' etwas nach langsamen HOLY MOSES. 'Animal Kingdom Lost' könnte von jeder beliebigen Core-Kapelle stammen. Am Gelungensten sind die flotteren Doublebass-Thrashpassagen wie in 'The Disciple' oder 'Utopia', und Abwechselung wird auch durch das stimmige Instrumental 'The New Doctrine' gebracht. So bleibt unter'm Strich ein sehr gemischter Eindruck. Die Produktion wirkt souverän, gute Momente gibt es immer wieder, aber es hapert einfach an Eigenständigkeit, so dass das Endergebnis doch etwas von einem Plastik-Massenprodukt hat. Auf der guten Basis könnte durchaus in Zukunft noch etwas gedeihen, aber dazu muss sie noch etwas kultiviert werden.
metal.de, 03.06.2007:
Öfter mal was neues im Metalcore: statt fies gescheitelter Emokids mit Bollerhose sind bei KARRAS aus Berlin drei bildhübsche Metal-Mädels am Start, die das Gebrüll ihres glatzköpfigen Shouters adäquat untermalen. Und dass das nicht nur ein blöder PR-Gag ist, sondern durchaus Sinn macht, stellt ihr Debüt-Longplayer "The Bright Side Of Death" mit Leichtigkeit klar. Obwohl die Band wie viele ihrer Kollegen Death Metal mit Hardcore mischt, klingt sie wesentlich anders als die etwa fünf Millionen Bands da draußen, die stur und stoisch KILLSWITCH ENGAGE und CALIBAN beklauen. Vielmehr erinnert das Geschredder aus dem Hause KARRAS oft an eine hardcorigere Version von DEW SCENTED, was einerseits an den meist heiseren, aber brachialen und angepissten Shouts von Fronter Devrim liegt und andererseits an der Tatsache, dass das Gaspedal hier mehr als einmal bis zur Genickbruchgrenze durchgetreten wird.
Drummerin Sabine knüppelt und blastet gerne mal alles in Grund und Boden und zeigt einem Großteil ihrer männlichen Kollegen, wie man die Bassdrum fachgerecht zum Glühen bringt. Trotzdem nehmen sich KARRAS Zeit für effiziente groovige Einschübe und hardcoregerechte Breakdowns, überhaupt wird Abwechslung auf dieser Platte groß geschrieben. Vom fast schon thrashigen Opener "Conquer The World" bis zum von doomig langsamen Teilen durchzogenen "My Sorrow" wird für diese Musikrichtung eine erstaunlich breite Palette abgedeckt.
Jeder Song hat hier seinen eigenen Charakter und Wiedererkennungswert, was aufgrund der Begrenztheit des Stils eine großartige Leistung darstellt. Der große Vorteil bei KARRAS ist, dass sich die Band direkt bei den Metal- und Hardcorewurzeln bedient und daraus ihre eigene Mixtur braut, statt bereits etablierten Metalcore-Acts nachzueifern. Das wirkt eine ganze Ecke authentischer und sympathischer und macht die Platte zu einer erfrischenden und kurzweiligen Angelegenheit.
Der Sound (Mann an den Reglern: HATESPHERE-Kotzkopp Jacob Bredahl) geht für eine sicherlich nicht allzu dick budgetierte Produktion vollkommen in Ordnung, die Gitarren klingen zwar etwas breiig und zahm, und die Drums könnten auch ein wenig originaler tönen, ansonsten gibt es aber nichts zu meckern. Unterm Strich ist den Berlinern ein rundes und eigenständiges Debüt geglückt, an das sie in Zukunft problemlos anknüpfen dürften. "The Bright Side Of Death" ist ein echter kleiner Leckerbissen für Metal- und Hardcorefans.
Markus
brandenburgpunk.is-a-chef.com, 30.05.2007:
Mit ihrem Depüt-Album "The Bright Side Of Death" legt einem Karras eine richtig dicke Scheibe auf den Tisch. Es ist gleichzeitig auch das erste Album welches das junge Label Maintain Records aus Berlin veröffentlicht. Ein für meinen Geschmack gelungenes Artwork ummantelt den Silberling und wenn man ihn ersteinmal in den Player geschoben hat dann kommen da noch ganz andere Vorzüge als nur das schöne Design zum Vorschein.
Es ballert vom ersten Moment an in bester Trashmetal/Hardcore Manier aus den Boxen und die Stimme von Sänger Devrim passt perfekt zu den genialen Gitarrenriffs und Drumbeats. Doch wer dieses Metalbrett hört würde nicht im Ansatz daran denken das zu Karras auch noch drei Frauen gehören, doch Bassistin Corinna, Schlagzeugerin Sabine und Gitarristin Ela sind eindeutig weiblich, was auch nicht zu übersehen ist ;) .
Die 11 Tracks gehen abwechslungsreich und eingängig ins Ohr und auch nach dem hundertsten Mal hören kam bei mir keine Langeweile auf. Von schnellen treibenden Beats, gepaart mit gekonnten Riffs, bis hin zu dicken Beatdowns ist alles vorhanden was das Herz begehrt. Die Songs wurden vom Hatesphere Frontmann Jacob Bredahl abgemischt und gemastert, dementsprechend dick ist auch der Sound.
Fassen wir also zusammen! Drei heiße Frauen, ein genialer Frontmann, eine Debüt-Scheibe, die mehr als nur sehr gut ist und ein genialer Hiddentrack ;) ... Karras sind also nicht nur Live sondern auch auf CD eine absolute Empfehlung!
music-scan.de, 30.05.2007:
Das Berliner Quartett KARRAS geht mit einer derb brutalen Mixtur aus viel Death Metal und etwas Hardcore an den Start. Prominentestes Mitglied ist dabei Fronter Devrim, den man aus früheren Disrespect- und Devil Inside-/Jaylan-Tagen kennt. Sein tiefes Growlen oder wüstes Gekeife ist einmal mehr on the top! Komplettiert wird das Line-Up durch drei Mädels, die mit ihren Instrumenten gehörig Druck und Brutalität erschaffen.
Das neue Maintain Records feiert mit "The Bright Side Of Death" einen gelungenen Release-Einstand, denn KARRAS punkten mit ihrem rigorosen, mitreißenden Stil durchaus. Sicherlich ist die aggressiv vorgetragene Durchmischung von heftigen Breakdowns, schleppendem MidTempo-Mosh und trockenen Tempo-Parts nicht unbedingt neu, doch effektiv arrangiert und versiert vorgetragen werden die elf Stücke dieses Debüts allemal. Die präzise Produktion von Jacob Bredahl unterstreicht den direkten, wütenden Anspruch von "The Bright Side Of Death", der optimal in Szene gesetzt erklingt. Zwischenzeitlich bleibt sogar die Zeit für orientalische Überleitungen, und Melodien und Groove-Elemente kommen ebenfalls nicht zu kurz. Da sich KALLAS vor allem an Gruppen wie Hatebreed, Walls Of Jericho, Pantera oder Bolt Thrower orientieren, ist das Berliner Quartett gerade Fans dieser Gruppen angeraten.
evilized.de, 27.05.2007:
Ein fettes Geschoss war Devrim von ehemals Disrespect, den die drei Mädels hier auffahren. Das Berliner Viergespann liefert auf ihrem ersten Full Length einen starken Batzen Death Metal ab, der sich vor allem durch seine groovende Härte auszeichnet.
Das musikalische Grundmuster liegt irgendwo in den Wurzeln der Old School Todmaschinerie, bedient sich jedoch auch gelungen an Elementen des Thrash, und eine Portion Moderne und Core kann man der Musik nicht absprechen. Mit Sicherheit ist "The Bright Side Of Death" nicht das innovativste, was es in dieser Richtung gibt, aber dafür kommt die Musik verdammt ehrlich daher und bietet Liebhabern solcher Kost alles, was das nagende Herz bedarf.
Dass man hier keine weiche Mucke erwarten darf, ist trotz der Tatsache, dass die Instrumentenfraktion hier von den drei Mädels bedient wird, völlig zu bestreiten. Denn das Album tritt Hintern und bietet bis auf ein paar kleine Zwischenparts nur das volle Brett. Karras zeigen hier eindrucksvoll, dass es keinen Bonus für Girlpower braucht und dass man sich vor niemandem verstecken muss. Ich kann mir jedenfalls gut vorstellen, dass die Musik live sowohl musikalisch als auch optisch eine sehr berauschende Erfahrung sein könnte. Freunde von gut gemachter Death Metal Kost, die auf kernigen Groove und Old School Feeling stehen, jedoch nicht von ein paar Modernen Elementen abgeneigt sind, sollten den Berlinern hier auf jeden Fall eine Chance geben.
Anspieltipps: "Conquer The World", "Animal Kingdsom Lost" oder "Utopia".
Oliver Schreyer
Karras aus Berlin sind eine ungewöhnliche Band insofern, dass die Meisten von uns es wohl nicht gewöhnt sind, eine fette Portion Death Metal mit einigen Thrash- und Hardcore-Anleihen von drei Frauen plus männlichem Sänger serviert zu bekommen.
Frontmann Devrim war früher bei den Berliner Bands Disrespect und Devil Inside (Jaylan) als Sänger aktiv. Nach längerer Zeit hat er dann 2004 mit drei bildhübschen Damen Karras ins Leben gerufen und wieder mal sein derbes Geschrei, hier ist er zudem oft mit Growls am Start, zum Besten zu geben. Die Damen beherrschen ihre Instrumente großartig und pusten so manche von Männern dominierte Band glatt an die Wand. Karras sind übelst brutal. Die Songs beherbergen grooveorientierten Death-Metal-Core der mit moshlastigen Parts angereichert ist. Hin und wieder sind einige ruhige orientalische Klänge eingestreut. Tempomäßig ist man oft recht schnell dabei, mit Blastbeat-Drums und schnellem Geprügel, diese Parts dominieren die Scheibe jedoch nicht. Auch langsamere Stellen lassen sich genauso häufig wahrnehmen. Die Scheibe ist technisch auf einem sehr guten Level. Für den Sound ist Jacob Bredahl verantwortlich, also könnte auch der nicht besser sein.
Watch Out, ihr werdet bestimmt noch viel positives aus dem Hause Karras hören. Ziemlich coole Scheibe.
Marcus
powermetal.de, 07.06.2007:
Ein sehr interessantes Line-up hat sich im Dezember 2004 in Berlin unter dem Banner KARRAS zusammengefunden. In dieser Band werken Bassistin Corinna, die jordanische Wurzeln hat, Gitarristin Ela, die persischer Abstammung ist und Schlagzeugerin Sabine, die ursprünglich aus dem Ruhrpott stammt, sowie Sänger Devrim, ein Türke. Eine wohl nicht gerade alltägliche Zusammenkunft unterschiedlicher Kulturen, wobei man davon auf "The Bright Side Of Death" allerdings leider nur recht wenig mitbekommt.
KARRAS haben sich nämlich - Mädel-Bonus und orientalischer Ursprung hin oder her - dem gnadenlos drückenden Metal in heftigster Version verschrieben und lassen sich ihre Herkünfte kaum anmerken. Zu diesen musikgewordenen Brutalitäten passend, weiß sich auch Devrim mit seinen immerzu brachial intonierten Vocals in Szene zu setzen. Positiv fällt auf, dass die Mädels handwerklich sehr gut mit ihren Instrumenten umzugehen wissen und "The Bright Side Of Death" von Jacob Bredahl produktionstechnisch tadellos umgesetzt werden konnte.
Aber in Summe bleibt von den Kompositionen von KARRAS dennoch relativ wenig hängen. Zwar wissen die Mädels und ihr Sänger mit ihren irgendwo im Grenzbereich aus Death und Thrash Metal der alten Schule anzusiedelnden Songs durchaus zu beeindrucken und auch die immer wieder zu vernehmenden Hardcore-Ingredienzien wissen ob ihrer Brachialität zu drücken, aber nachhaltigen Eindruck zu hinterlassen, schaffen KARRAS noch nicht. Was dieser Band definitiv noch fehlt sind zwingende Momente, die den Hörer fesseln. In Ansätzen schafft das die Multikulti-Truppe zwar bereits, wie im Eröffnungsbrecher 'Conquer The World', oder in 'My Sorrow', dem eine satte Dosis Groove verabreicht wurde, oder auch dem Kracher 'Utopia', bei dem vor allem Sabine beweist, dass ihre Beinarbeit bereits eine sehr gute ist. Über die gesamte Spielzeit fehlt der Truppe aber doch ein wenig Abwechslung um sich richtig im Kleinhirn des Hörers festzusetzen.
Als probates Mittel könnte man beispielsweise versuchen unterschiedliche Anleihen aus den Kulturkreisen der Bandmitglieder in den Sound einfließen zu lassen. Das sollte durchaus zu bewerkstelligen sein und würde zudem auch sehr glaubwürdig klingen.
Anspieltipps:
Conquer The World, My Sorrow, Utopia
Walter Scheurer
Tak na nebi nad námi se strhnul dalsí metalcoreový mejdan. Snad pod dojmem náhlého úspe(chu se na nás tyhle kapely sypou doslova ze vech stran. Ne(které kapely vak dostávají pouze svou anci pr(ekvapit a netlac(í se ne(kam do jim evidentne( hodne( vzdálených míst. Pr(esne( to je i pr(ípad Ne(mcu* KARRAS, kter(í si vás svou hudbou chte(jí takr(íkajíc vychutnat.
Kdy jsem se po prvním poslechu alba ,,The Bright Side Of Death podíval na oficiální stránky kapely KARRAS, neve(r(il jsem svým oc(ím. Kapelu toti tvor(í tr(i krásné dívky spolec(ne( s jedním kr(iklounem za mikrofonem. Tohle vás vak vu*bec nemu*e zmást, protoe hudba se na vás valí rychleji ne pr(ívalový dét(. KARRAS strhávají extrémním nasazením, je to hardcore/metal s moderní DNA. Zpe(vák Devrim má správne( te(kavý vokál, klobouk dolu* vak pr(ed bicmenkou Sabine, ta nám toti servíruje neskutec(né kulometné dávky bicích. Album je plné ru*zných zvukových fíglu*, pr(estoe se na první pohled tvár(í jako striktní trhac( vnitr(ností, dokáe pr(ekvapit krom r(ezavých kytarových záseku* i melodic(te(jími linkami. Máte-li slabost pro agresi, podmanivou temnou náladu, je to nahrávka urc(ená pr(esne( pro vás. KARRAS nejsou v mnoha ohledech tak patetic(tí jako jiné stylove( pr(íbuzné kapely. Krome( drsných lehu* se doc(káme i instrumentálních jistot v podání skladeb ,,Alamut a ,,The New Doctrine. Byl by urc(ite( hr(ích odhodit tuhle kapelu do propadlite( de(jin, je to toti dalí potencionální skvost na obzoru.
Longgger
Was da bei mir mit der Post reingeschneit ist hat mich zugegeben zunächst doch ein klein wenig stutzig gemacht. KARRAS nennt sich die Band, "The bright side of death" der etwas schräge Titel der Platte. Und auf der Rückseite: drei junge Damen und in der Mitte ein Kerl dazu. Das ist nicht nur mal ungewöhnlich, beachtenswert ist auch die verschiedene Herkunft der Musiker: da ist die persische Gitarristin Ela, die Halb-Jordanierin Corinna am Bass, das Ruhrpottmädel Sabine an den Drums und dazu schreit sich der türkische Sänger Devrim die Kehle aus dem Leib. So etwas findet man nun wirklich selten, und wenn dann wahrscheinlich auch nur in Berlin, der Heimat von KARRAS.
Aber ob diese Mischung auch aufgeht? Mit der Beantwortung dieser Frage bin ich da mal lieber vorsichtig. Einerseits gibt’s an ihrem ersten Longplayer "The bright side of death" nicht allzu viel zu meckern, aber zu loben gibt es andererseits auch wieder nicht besonders viel. Die Scheibe ist nicht nur rund, sondern auch etwas flach geraten und mich persönlich überzeugt ihr Stilmix aus Death-Metal-Anleihen und monotonen Hardcore-Elementen nicht wirklich. Nicht das die Combo ihr Handwerk nicht beherrschen würde: technisch sind die elf Stücke wirklich gut eingespielt und man bemüht sich hörbar, nicht in irgendwelchen stilistischen Schubladen stecken zu bleiben, aber die Mischung haut einen nicht wirklich vom Hocker, zumal die Produktion aus der Hand von Jacob Bredahl (HATESPHERE) etwas verwaschen und damit irgendwie recht harmlos wirkt.
Trotz ordentlichem Geknüppel und fiesem Geschrei gemischt mit groovig-langsameren Teilen und ein paar fetten Gitarrenriffs sowie massivem Schlagzeugspiel kommt hier nicht so recht Dynamik auf und ich müsste jetzt schon sehr lange überlegen um hier einen Anspieltipp zu nennen, da durchaus individuelle Ansätze leider recht schnell im eher matschigen Unterbau der Stücke verschwinden. Die elf Lieder gehen zwar alle ganz nett ins Ohr, aber hängen bleiben will so recht keines. Und irgendwann nervt das recht monotone Gebrüll (teils noch mehrstimmig wie bei "The Disciple") sowie das immer wieder abgedrosselte Tempo doch ganz gewaltig.
Alles in allem ist "The bright side of death" ein ganz nettes Album, bietet aber nichts was nicht schon einmal irgendwo zu hören gewesen war. In einigen Ansätzen allerdings steckt durchaus Potential und daher attestiere ich hier jetzt einfach mal Ausbaufähigkeit. Mal ein Ohr ein paar Takte lang zu riskieren kann aber auf keinen Fall schaden.
stormbringer.at, 03.06.2007:
Mit einem Bein im Deathmetal und einem Bein im Thrash/Hardcore-Revier geben die drei attraktiven Mädels rund um Sänger Devrim ihre erste Visitenkarte im metallischen Bereich ab; die Herkunft der 4 Bandmitglieder (ein türkischer Sänger, eine Gitarristin persischer Herkunft, eine Halb-Jordanierin am Bass und eine Drummerin aus dem Ruhrpott) ist derweil aber noch aufregender als die dargebotene Musik.
Dass die Berliner Combo nebst offenkundigen Einflüssen von HATEBREED, EKTOMORF und PANTERA auch SLAYER, VADER oder BOLT THROWER im Infoblatt bemüht, zeigt einmal mehr wie wenig man auf diese Praktiken Einfluss nehmen kann. Dass aber die Presse für die werte Metalgemeinde Vergleiche braucht um den Einkaufszettel zu optimieren ist aber leider auch nicht von der Hand zu weisen.
Aber weiter im Programm: die spartanisch ausgestatteten Kompositionen auf "The Bright Side of Death" bedienen sich zumeist aus sattsam bekannten Futtertrögen. Riffs und Drumming sind genretypisch auf Midtempogroove bzw. reichlich Doublebass ausgelegt ohne wirkliche Akzente setzten zu können, gesangstechnisch gibts die geballte Ladung aus typisch heiserem Gebrüll mit einigen wenigen Grunzeinlagen - sauber in Szene gesetzt aber auf Albumdauer (und ohne eigene Identität versehen) gesehen etwas zu wenig um mit den internationalen Szenegrössen mithalten zu können.
Zwar gibts an dem furztrocken produzierten Rundling wenig auszusetzen da auch einige Songparts stimmig ins Ohr flutschen - aber eben zuwenig Abwechslung bieten, um dort in den nächsten Tagen überleben zu können. Wenn das Musiziertempo mal etwas nach oben geschraubt wird kommt garantiert wieder ein unpassender Hardcorepart um die Ecke ("The Disciple"); hier ist die gebotene Stilvielfalt eher ein Klotz am Bein als ein Vorteil!
Das Fokussieren auf eine Richtung sollte in Zukunft - neben der richtigen Dynamik der Songs - einen Hauptpunkt in der Diskographie darstellen, um sich nach oben orientieren zu können. Der Erstling bietet zwar gute Ansätze ("The Doom Armada"/ "Animal Kingdom Lost"), krankt aber an (noch) an diversen Kinderkrankheiten.
Ebenfalls ein Minuspunkt: die knapp bemessene Laufzeit (wobei darin schon zwei kurze Akustiktracks verbraten werden), die aufgrund eines Hidden Tracks zwar die Spielzeit auf eine knappe Stunde ausdehnt, aber eben auch mehrere Minuten lästigen Leerlauf bietet - solche Mätzchen sollten mMn endgültig verboten werden...
Cult Of Blood
Das Line-up von KARRAS ist schon eine irgendwie exotische Zusammenstellung. Wenn man bedenkt, dass sich ein türkischer Sänger (Devrim) mit drei weiblichen Musikerinnen (Ela, Corinna, Sabine) deutscher, persischer und jordanischer Herkunft zusammenfindet, würde man nicht unbedingt auf eine Combo schließen, die sich Death-/Thrash-Metal auf die Fahne geschrieben hat. Außerdem sei zu erwähnen, dass es viele männliche Bands gibt, die sich eine Sängerin in die Mitte geholt haben; hier findet sich eine antizyklische Variante, die sicherlich nicht ganz uninterrant ist. Allerdings posiert Devrim auf dem Backcover mehr wie ein Gangsta-Rapper als ein Metaller, was ich persönlich als störend empfinde. Ferner tendiert sein "Gesang" auf Dauer in Richtung des Prädikates "anstengend" und stellt somit (wie es bedauerlicherweise bei vielen ansonsten guten Bands der Fall ist) das schwächste Glied der Band dar. Vielleicht hätte man auf eine Frontfrau zurückgreifen sollen, denn ich bezweifle, dass diese Marketingstrategie wirklich greifen wird. (Aber villeicht werde ich ja eines Besseren belehrt). Musikalisch hat die Truppe jedenfalls eine Menge zu bieten, variiert Death und Thrash mit orientalisch anmutenden Interludes und könnte mit mit einem leicht kommerzielleren Touch wirklich Großes erreichen, denn das Potential ist mehr als vorhanden. 3,5 Punkte würde ich dieser CD damit verleihen ... abzüglich eines halben Punktes wegen der Vocals.
Dennis
allover-ffm-rock.de, 15.05.2007:
Da macht man das Booklet auf und es blicken einem drei hübsche Ladys entgegen ... das ist doch schon mal was für's Auge, aber musikalisch haben es die Damen auch faustdick hinter den Ohren. Bei "Conquer The World" wirft uns Ela verdammt harte Death / Thrash Riffs entgegen, das ist die wahre Pracht. Dann kommen das rotzige und thrashige Drumming von Sabine und der wuchtig blasende Bass von Corinna, die sich mit Devrims Stimme wunderbar vereinen. Das Stück treibt voll nach vorne und hat auch gelegentlich mal ein paar Hardcore Einschübe, die sich aber eher in der Unterzahl halten. Bei "Alone In The Dark" donnern erst mal so richtig die Doublebass, bei den Vocals wechseln sich Growls und harte Screams hervorragend ab, die Gitarre und Bass grooven ohne Ende und wir haben eine geile Mid Tempo Walze. Bei "Animal Kingdom Lost" kommt doch eher wieder der Hardcore zum Vorschein und ein wenig erinnert mich der Song an alte Pro Pain, wobei hier auch noch ein paar flotte Passagen mit eingeflochten sind. Der instrumentale Zwischenspieler "Alamut" geht nahtlos in die donnernde Nummer "My Sorrow" über, wo zu Beginn ihn Bolt Thrower Manier gestampft wird. Dann kommen technische und breaklastige Parts ans Tageslicht und zwischendurch wird auch mal flott gethrasht. Einen herrlichen Nackenbrecher liefern die Berliner mit "In Justice System" ab, der auch mit ein paar kurzen Knüppelparts im ansonsten fett stampfenden Gefielden angesiedelt ist. "The Disciple" verbindet wieder Hardcore mit Modern Thrash Elementen zu einer runden Einheit, was auch für "Utopia" zutrifft, doch hier ist wieder der Thrash Faktor mehr im Vordergrund. Noch mal akustisch instrumental leitet uns "The New Doctrine" zu "Forever War" über, das eine flott abgehende Nummer ist und die Riffs ab un an mal ein wenig Slayer lastig sind. Den Abschluss macht das Death / Thrashige "The Doom Armada" und hier, nur hier, mache ich der Band wegen der "Überlänge" des Songs einen kleinen Vorwurf. Denn 23 Minuten geht das herrlich treibende Stück nicht, sondern nur knappe fünf, wenn man den Leerlauf raus rechnet.
Ansonsten gibt’s hier nix zu meckern, das Hauptstadt Quartett existiert seit 2004 und mit solch einer Leistung wird mit ihnen sicher noch zu rechnen sein. Das Debüt ist auf jeden Fall schon mal sackstark.
Jochen Strubel
Die drei Frauen und der Shouter von Karras aus Berlin werden in der Presseinfo im Thrash-Metal-Bereich Marke Slayer und Pantera positioniert. Diese Bands mögen sicherlich als Einfluss fungiert haben, das aktuelle Album "The Bright Side Of Death" klingt allerdings eher nach Hatebreed, Unearth und vielleicht noch einem Schuss Black Dahlia Murder.
Mit diesen Beispielen kann man sich schon ungefähr vorstellen, welchen Sound Karras fahren. Einflüsse aus dem Death und Thrash Metal sowie aus dem Hardcore-Bereich sind gleichermaßen vorhanden und werden auch souverän zusammengeführt. Allerdings wird man leider auch nie das Gefühl los, dass man das alles nicht irgendwo in irgendeiner Form schon mal gehört hat. Spielerisch kann man der Band dabei nicht mal einen Vorwurf machen, auch wenn hier und da Kleinigkeiten im Songwriting etwas holprig klingen. Sie beherrschen ihre Instrumente und versuchen Abwechslung in die Songs zu bringen. Aber es fehlt leider noch das gewisse Etwas, die persönliche Note, die die Band von der Masse ähnlich klingender Gruppen abheben würde. Aber ein erster Grundstein ist zumindest gelegt.
Nicht spektakulär, aber mit "The Bright Side of Death" ist ihnen eine handwerklich grundsolide Scheibe geglückt, die zudem von Hatesphere-Sänger Jacob Bredahl produziert wurde. Was allerdings ziemlich nervt, sind die 20 Minuten Pause beim letzten Track, bis noch ein Bonussong kommt, auf die man heutzutage anscheinend immer noch nicht verzichten mag.
Carsten Henkelmann